Design-Anleitung

Die Risographie ist das perfekte Druck­verfahren, um mit tollen Farben umwelt­freundliche Produkte herzustellen.
Um zum besten Ergebnis zu kommen, solltest Du allerdings ein paar Dinge wissen, denn der Risograph bringt einige Besonderheiten mit sich. Diese möchten wir dir hier erklären.

Allgemein

Die Risographie ist ein Schablonen-Druckverfahren. Pro Druckfarbe wird das Motiv in eine Masterfolie eingebrannt – ähnlich dem Sieb im Siebdruck. Im Gegensatz dazu aber deutlich umweltfreundlicher und schneller, wir können zwei Farben gleichzeitig drucken.
Oftmals erkennt man die Risographie an ihrer besonderen Ästhetik: Leuchtstarke Tinten, ein leichter Versatz zwischen den Farben und ein sehr lebendiger Farbauftrag.

Farben

  • Details von Risographie gedruckten Farben: Violet, Mint, Sunflower, Fluo-Pink, Fluo-Orange, Orange

    Anstatt in CMYK arbeiten wir mit Volltonfarben. Aktuell sind das 32 Farben.

    Mit zwei Farben kann man schon tolle Ergebnisse erzielen. Die meisten Farben sind lasierend, Du kannst also Mischtöne erzeugen.

    Je nach Papieroberfläche, Grammatur und Papierfärbung wirken die Druckfarben unterschied­­lich.

    Arbeite am Besten direkt in unseren Musterdokumenten (Illustrator & InDesign), darin sind alle unsere Farben als Volltonfarben angelegt.

Papier

  • Detail einer Papierstruktur

    Riso-Druckfarbe kann nur auf ungestrichenes Papier mit rauer Oberfläche gedruckt werden, sonst trocknet sie nicht.

    Generell ist die Farbe nicht 100 % abriebfest – normalerweise kein Problem, aber bei stärker beanspruchten Drucken sollest Du nicht zu viel Farbe nutzen.

    Wir bedrucken Papiere von 60 g – 300 g.

Formate

  • Farbiges Papier

    Wir können bis DIN A3 drucken, beschneiden deine Drucke aber gerne auf jedes kleinere Format.

    Bei DIN A3 musst Du einen weißen Rand von 5 mm anlegen, da wir nicht das volle Format bedrucken können.
    Das größtmögliche randabfal­lende Format ist 28,0 cm x 40,0 cm.

    Am einfachsten ist es, wenn du direkt in unseren Musterdokumenten (Illustrator & InDesign) arbeitest. Darin sind die gängigen Formate angelegt.

Versatz & Passergenauigkeit

  • Passerungenauigkeit in einem Riso-Druck

    Der Riso bietet keine sehr hohe Passergenauigkeit: Zwischen den einzelnen Druckfarben kann es einen Versatz geben, der durch weiße Blitzer sichtbar wird.

    Die Position der Motive zwischen den gedruckten Bögen und von Vorder- zu Rückseite kann um wenige Millimeter schwanken.

    Für Schrift und wichtige Details solltest Du eine Schutzzone von 5 mm zum Rand einhalten.

Schrift

  • Risographie gedruckte Schrift in unterschiedlichen Größen

    Schrift bis minimal 6 Punkt kann mit dem Risographen sehr gut gedruckt werden.

    Damit sie richtig scharf wird, muss sie in 100 % Farbton angelegt sein.
    Schrift in Halbtönen wird gerastert und kann damit unscharf werden.
    Je größer und fetter die Schrift ist, desto flexibler kannst Du im Farbauftrag werden.

    Bei negativ gesetzer Typo können die Negativ-Flächen zulaufen.

    Vorsicht bei Schrift, die in einer andersfarbigen Fläche sitzt: Zu klein sollte diese nicht sein, da durch die Passer­unge­nau­igkeit des Riso die Lesbarkeit leiden kann.

Linien & Verläufe

Dünne Linien sind für uns kein Problem: Auch 0,1 pt starke Linien sehen noch gut aus, wenn das Papier nicht extrem rau ist.

Feine Zeichnungen und Linien sehen gedruckt in 100 % Farbauftrag am schärfsten aus.

Lege bei Verläufen keinen Farbton unter 10 % an, ansonsten kann der Verlauf abreißen. Das fällt besonders bei einfarbigen Verläufen, die Weiß enden, auf.

  • Linien in verschiedenen Stärken

    Linien in verschiedenen Stärken

  • Verlauf zweier Farben

    Verlauf zweier Farben

  • Abreißender Verlauf

    Abreißender Verlauf

Flächen

Der Riso druckt Unikate, der Farbauftrag kann sich von Bogen zu Bogen unterscheiden.

Ebenen- und Transparenz­effekte können Probleme machen, versuche diese zu vermeiden. Verwende anstatt Transparenzen lieber den genauen Tonwert der Volltonfarbe und Überdrucken anstatt Multiplizier-Effekten.

Bei großen Farbflächen gibt es im Vollton allerdings Schwierigkeiten mit der Trocknung und der Gleichmäßigkeit des Farbauftrags.
Diese deswegen mit maximal 85 % Farbton anlegen.

Bei mehr als zwei Farben läuft das Papier mehrfach durch die Maschine.
Die Gummirollen des Papiereinzugs können dann die bereits gedruckte Farbe wieder aufnehmen und als Streifen an die folgenden Bögen abgeben – diese "Rollermarks" lassen sich mit einem leichteren Farbauftrag minimieren.
Du kannst sie gut mit einem Radiergummi entfernen, außer sie sitzen in einer Farbfläche.

  • Rollermarks

    Rollermarks

  • Risographie gedruckte Farbfläche

    Zu hoher Farbauftrag

  • Lebendige Farbfläche in Teal gedruckt

    Lebendige Farbfläche

Bei 100 % Farbton in Flächen kann das Papier manchmal die Druckfarbe nicht richtig aufnehmen.
Dann bilden sich dunkle Stellen, die an Wasserflecken erinnern. Oft hilft es da schon, den Farbton auf 95 % zu reduzieren. Du bist dir nicht sicher? Frag uns einfach.

Fotos & Farbprofile

  • Vierfarbig gedrucktes Foto

    Auch ohne CMYK können wir Fotos drucken:
    Im einfachsten Fall monochrom, aber auch für den mehrfarbigen Druck gibt es einige Möglichkeiten.

    Mit den Farbprofilen von Color Library können wir für dich Farb­fotos in Riso-Sonderfarben separieren. Die Datenaufbereitung übernehmen wir gerne.
    Das Ergebnis lässt sich da nicht immer vorhersehen, deshalb empfehlen wir in diesem Fall, vorab einen Testdruck anfertigen zu lassen.

    Achte bei Fotos darauf, dass keine Stellen des Motivs in Weiß ausreißen. Das kann im Druck harte Abrisskanten geben.

    Eine Übersicht über unsere Farbprofile findest Du hier.
    Deine gewünschte Farbkombi ist nicht dabei? Sprich uns an!

  • Zweifarbig gedrucktes Foto

    Bright Red & Blue

  • Dreifarbig gedrucktes Foto

    Black, Blue & Yellow

  • Dreifarbig gedrucktes Foto

    Bright Red, Blue & Yellow

  • Vierfarbig gedrucktes Foto

    Aqua, Fluo-Pink, Yellow & Black

  • Zweifarbig gedrucktes Foto

    Fluo-Orange & Teal

Raster

  • Um Halbtöne zu erzeugen, wird das Motiv aufgerastert.
    Dafür gibt es vier Raster zur Auswahl:
    FM-Raster, 106 lpi, 71 lpi und 43 lpi.

    Die Wahl des Rasters hängt von verschiedenen Faktoren ab. In der Regel wählen wir das optimale Raster für dein Projekt aus.
    Teile uns bitte mit, wenn Du aus visuellen Gründen ein bestimmtes Raster möchtest.

    In unserem Sample Pack findest Du die unterschiedlichen Rasterweiten gedruckt. Je nach Rasterweite kann der gleiche Tonwert unterschiedlich hell oder dunkel wirken.

  • FM-Raster

    FM Raster

  • 106 lpi Raster

    106 lpi Raster

  • 71 lpi Raster

    71 lpi Raster

  • 43 lpi Raster

    43 lpi Raster

Vorlagen & PDF-Export


Am besten verwendest Du unsere Musterdokumente (InDesign & Illustrator) für deine ­Designs. Dann kannst du in unseren Volltonfarben gestalten und uns deine Druckdaten als PDF schicken:

Ein PDF pro Motiv, eine Seite für die Vorder- und eine für die Rückseite.
Wir separieren dann die Farben und platzieren die Motive auf einen Druckbogen.

Alternativ kannst Du uns auch Graustufen-PDF schicken, je eins pro Seite pro Druckfarbe pro Motiv. Achte da auf eine saubere Benennung in diesem System: Motiv1-Vorderseite-FluoOrange.pdf

  • Bitte beachte beim Export folgende Vorgaben:

    • PDF eindeutig bennenen
    • 4 mm Beschnittzugabe und Schnittmarken mit 3,5 mm Versatz
    • Bei Produkten mit einer Rückseite kein Extra-PDF für die Rückseite, sondern als zweite Seite im PDF exportieren
    • Broschüren-Innenteil als ein PDF in Einzelseiten
    • Broschüren-Umschlag im offenen Format (Innen- und Außenseite je als Doppelseite)
    • Klappkarten im offenen Format (Innen- und Außenseite je als Doppelseite)
    • Kein RGB oder CMYK: Entweder Volltonfarben oder nur Graustufen

Tutorials

  • Druckdaten überprüfen in Acrobat

  • Bilder einfärben in InDesign

Musterdokumente